Asylrecht auf den Punkt gebracht.

Vortrag: Fachanwalt referierte in Oberbauerschaft vor mehr als 100 interessierten Bürgern

Hüllhorst-Oberbauerschaft (nw). Juristische Fragen sind für Normalbürger oft schwer zu verstehen. Wenn es um das Asylrecht geht, dann brauchen nicht nur deutsche Paten Hilfe, sondern besonders auch die Geflüchteten, die davon betroffen sind. Deshalb hatte Kahraman Tsikha, der Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Hüllhorst, einen Fachanwalt für das Asylrecht eingeladen.

Rechtsanwalt Günter Weßel aus Minden hat sich seit vielen Jahren mit dem Ausländerrecht beschäftigt. Im evangelischen Gemeindehaus Oberbauerschaft referierte er über "Grundlagen und aktuelle Änderungen des Asylrechts". Die von mehr als 100 Menschen besuchte Veranstaltung lieferte einen interessanten Einblick in das Integrationsgesetz.

Günter Weßel ging thematisch auf die Anerkennung von Flüchtlingen ein, auf Ausbildungsverträge und Erkrankungen im laufenden Verfahren und auf den besonderen Status der syrischen Flüchtlinge. Diese erhalten zurzeit kein Asyl, sondern nur subsidiären Schutz. Diesen eingeschränkten Status erhalten Menschen, die nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention oder das deutsche Grundrecht auf Asyl fallen. Sie müssen zwar nicht in ihre Heimat zurück, etwa weil ihnen dort Todesstrafe oder Folter drohen oder wie in Syrien Bürgerkrieg herrscht. Anders als Menschen mit Asyl- oder Flüchtlingsstatus bekommen sie aber zunächst nur eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr, die verlängert werden kann.

Die gesamte Veranstaltung wurde auf Deutsch und Arabisch geführt. In regelmäßigen Abständen übersetzte Kahraman Tsikha alle wichtigen Abschnitte des Vortrags sowie die Fragen der Geflüchteten ins Arabische, damit alle das Referat in ihrer Sprache verstehen konnten.
Sowohl in der Pause als auch im Anschluss an die Veranstaltung stand Günter Weßel für persönliche Fragen zur Verpflichtungserklärung, zum Dublin-Verfahren sowie zu Familienzusammenführungen zur Verfügung. "Ich habe schon manchen Vortrag gehört, aber heute war alles gut auf den Punkt gebracht. Ich habe viel besser verstanden, was die Bedingungen für dauerhaftes Asyl sind", resümierte Gabi Huchzermeier als eine der anwesenden Patinnen.